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Historisch
Das Land der Vögte
Ursprünglich germanischen Ursprungs, waren für die Region die von Kaiser Friedrich I. Barbarossa im 12. Jahrhundert eingesetzten Verwalter seiner östlichen Reichsgebiete namensgebend. Sie wurden als Vögte bezeichnet und hatten ihren Stammsitz auf der Osterburg in Weida. Die Stadt Weida wird deshalb auch als „Wiege des Vogtlandes“ bezeichnet. Entsprechend ihres Einflussgebietes nannten sie sich ab 1209 „Vögte von Weida“ und ab 1244 „Vögte von Weida, Gera und Plauen“.
Der Landbesitz dieser Vögte erstreckte sich im Thüringer Teil von Schmölln bis Lobenstein. Durch ihre Tätigkeit als Landrichter im Oster-, Pleiße- und Egerland waren sie aber auch in Altenburg, Jena und Zeitz (Sachsen-Anhalt) sehr einflussreich. Anfang des 15. Jahrhunderts erlosch ihr Einfluss und das Herrschaftsgebiet zerfiel unter den Ansprüchen des sächsischen Adelsgeschlechtes der Wettiner.
Die Nachfahren der Vögte zu Weida - die Fürsten Reuß - hinterließen in der Region eine reiche Kulturlandschaft. Die Reußen wurden wegen ihrer mehrfachen Erbteilung ein Synonym deutscher Kleinstaaterei. 1564 teilten sie ihr Herrschaftsgebiet in Reuß ältere Linie (Untergreiz), Reuß mittlere Linie (Obergreiz) und Reuß jüngere Linie (Gera). Nach dem Ende der mittleren Linie im Jahr 1616 wurde das Gebiet auf die beiden anderen Linien aufgeteilt. Greiz wurde so zur Residenzstadt von 2 Fürstentümern. Beide Häuser vereinigten sich 1919 zum Volksstaat Reuß, der neben anderen Herzog- und Fürstentümern 1920 im Land Thüringen aufging.
Das Thüringer Vogtland pflegt und bewahrt sein kulturhistorisches Erbe. Besuchen Sie die Region und lernen Sie die reußischen Residenzen und viele andere historische Orte im Thüringer Vogtland kennen.


